Autofriedhof in Tschernobyl – verstrahlt zurückgelassen nach dem Supergau

Tschernobyl Tour buchen, Chernobyl Tour
Pripjat Stalker Tour Fotoexpedition

Herculesaufgabe – Aufräumarbeiten nach der Katastrophe

Die Atomkatastrophe im Block 4 des Kernkraftwerks von Tschernobyl hat einen immensen Schaden verursacht und große Gebiete der Ukraine, Weißrussland und Russland, für hunderte, wenn nicht gar tausende Jahre, radioaktiv verseucht. Während der Aufräumarbeiten nach dem Supergau, wurde eine Vielzahl an verschiedenen Fahrzeugen eingesetzt. Sie kamen hauptsächlich an den Orten zum Einsatz, die für den Menschen zu gefährlich gewesen wären. Doch nicht einmal Fahrzeuge hielten häufig den hohen Dosen der radioaktiven Strahlung stand und gingen einfach kaputt.

Nachdem die Fahrzeuge einer starken radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren, wurden sie nach dem Einsatz einer speziellen Reinigung unterzogen. Dort wurden sie gewaschen und auch teilweise demontiert. Was tatsächlich erfolgreich dekontaminiert werden konnte, kam im Anschluss umgehend wieder für die Beseitigungsaufgaben zum Einsatz.

Archivbild- Tschernobyl – Autofriedhof Burakivka – ca. 1998

Autofriedhof für ausgediente Fahrzeuge

Blieb die Technik allerdings verstrahlt, so landeten die Fahrzeuge auf speziellen Friedhöfen oder Schrottplätzen. In der Sperrzone gibt es davon zwei: “Rassokha” und “Buryakivka”.

Nach über 30 Jahren existiert immer noch eine Menge verlassener und radioaktiver Fahrzeuge, die bei der Beseitigung der Folgen des Nuklearunglücks zum Einsatz kamen. Der Großteil liegt bereits auf den Autofriedhöfen begraben wie zum Beispiel in Rassokha. Die Mitarbeiter und Soldaten wurden mit der Aufgabe betraut, Mithilfe der Fahrzeuge die wichtigsten Gebäude, Straßen und Plätze zu dekontaminieren. Da die Fahrzeuge nach dem Einsatz an Rädern und Oberfläche verstrahlt waren, wurde entschieden, diese in der Erde zu vergraben. So entstand der Fahrzeug-Friedhof von Tschernobyl. Das Problem aber ist, dass eben nicht alle Fahrzeuge unter der Erde vergraben wurden. Viele Fahrzeuge wurden einfach irgendwo abgestellt. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Sperrzone ein Eldorado für Plünderer und Metalldiebe. Ganze LKW Ladungen des Altmetalls wurde von Bewohnern nahe gelegener Siedlungen geplündert.

Archivbild – Autofriedhof in Tschernobyl – 1995

Wo ist das radioaktive Metall geblieben?

Das Altmetall und die rostigen Maschinenteile an der Oberfläche sind wegen der radioaktiven Belastung weitaus gefährlicher, als die im Boden liegende Technik. Das wurde von den Metalldieben und allerhand Leuten, die in den 1990 ger Jahren nach schnellem Profit Ausschau hielten weitgehend ignoriert. So gingen Gerüchte herum, dass einiges an radioaktiver Technik verschwunden sei und die Frage nach dem „Wohin?“ erregte große Sorge bei Wissenschaftlern in aller Welt.

Zwischen allerhand verlassener Fahrzeuge, die in Rassokha gelagert sind, befanden sich unter anderem auch 10 Mi-8 und MI-6 Helikopter, Geräte zur Abwehr, gepanzerte Bergungsfahrzeuge, Amphibienfahrzeuge, gepanzerte Radtransportwagen, ABC-Erkundungsfahrzeuge, Autos und andere Ausrüstung. Nach einigen Schätzungen betrug der Gesamtwert der in Rassokha, gelagerten Fahrzeuge etwa 46 Millionen US-Dollar. Diese Daten entsprechen allerdings dem Stand aus dem Jahre des Unglücks. Das Gebiet des Friedhofes Rassokha ist knapp über 20 Hektar groß. Im Jahr 2013 wurde “Rassokha” größtenteils beseitigt und man findet dort nur noch einige Busse die zur Evakuierung der Stadt Pripjat eingesetzt wurden und Berge von rostigem Metallschrott.

Tschernobyl Tour buchen, Chernobyl Tour
Autofriedhof Roshocha – Die eingesetzten Busse zur Evakuierung von Pripjat

Verstrahlt und begraben nach dem Supergau

Überreste der Technik wurden zur weiteren Entsorgung in die Anlage “Vector” verbracht. Momentan hat nur noch der Fahrzeug-Friedhof Buryakovka einige komplett erhaltene Fahrzeuge und Maschinenteile aus der Zeit des Unglücks gelagert. Allerdings ist es aufgrund der Strahlung und der Sicherheitsvorkehrungen weitaus schwieriger, dorthin zu gelangen, als es in Rassokha der Fall war. Nach Angaben der Zonenverwaltung von Tschernobyl bleibt der Metallschrott auf ewig begraben. Aufgrund des gewaltigen Ausmaßes der Kontamination werden die Fahrzeuge nie wieder verwendet werden und notfalls über Jahrtausende verrosten, bis sie komplett zersetzt sind.

Tschernobyl Tour buchen, Chernobyl Tour
Schrottpatz Rosocha in Tschernobyl

War der Artikel hilfreich?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 5

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?